Du stehst vor einer Bäckerei. Vier Schaufenster, eine Eingangstür, ein Firmenschild. Früher hättest du die Leiter aus dem Transporter geholt, den Zollstock angelegt, alles auf einen Zettel geschrieben — und trotzdem ein Maß vergessen. Heute machst du zwei Fotos. In zwei Minuten hast du alle Maße, alle Flächen, automatisch dem Auftrag zugeordnet.
Das ist KI-Aufmaß. Diese Anleitung zeigt dir Schritt für Schritt wie es funktioniert, was die Technik dahinter ist, und wo die Grenzen sind. Alle Features in der Übersicht: Funktionsübersicht →
Was du brauchst
- Ein Smartphone mit Kamera (jedes aktuelle Handy reicht)
- PlotonIQ App oder Web-App (läuft im Browser, keine Installation nötig)
- Ein bekanntes Referenzmaß am Objekt (typisch: Türhöhe, Fensterhöhe)
- Internetzugang (für die KI-Verarbeitung)
Das ist alles. Kein Lasermaßstab, kein Stativ, keine Spezialkamera.
Schritt 1: Das richtige Foto machen
Die Qualität des Fotos entscheidet über die Qualität des Aufmaßes:
- Möglichst frontal stehen: Je gerader dein Winkel zur Fassade, desto weniger perspektivische Verzerrung. Ideal: unter 15° zur Senkrechten.
- Genug Abstand: Die gesamte zu messende Fläche muss komplett im Bild sein — mit etwas Rand.
- Gute Lichtverhältnisse: Kein direktes Gegenlicht, keine tiefen Schatten. Bewölkter Tag ist ideal.
- Scharfes Foto: Hände ruhig halten. Verwackelte Fotos reduzieren die KI-Genauigkeit erheblich.
- Mehrere Fotos bei komplexen Objekten: Bei L-förmigen Fassaden oder Bäumen die Flächen verdecken.
Schritt 2: Foto in PlotonIQ öffnen
Öffne PlotonIQ auf deinem Handy oder Tablet. Navigiere zu dem Auftrag — oder erstelle einen neuen. Tippe auf "Aufmaß hinzufügen" → "Foto-Aufmaß" → wähle das Foto oder mache es direkt aus der App.
Das Foto wird hochgeladen und an die KI-Kaskade geschickt. Ladezeit: 5–15 Sekunden je nach Internetverbindung.
Schritt 3: KI-Erkennung starten
Tippe auf ein Objekt das du vermessen willst — z.B. ein Schaufenster. Die KI zeichnet ein Polygon um das erkannte Objekt.
Was die KI erkennt:
- Fenster (auch mit Sprossen und unregelmäßigen Formen)
- Türen (Glas- und Metallflächen separat)
- Wandflächen und Fassadenabschnitte
- Vorhandene Schilder und Markierungen
Die vier KI-Modelle arbeiten nacheinander: Claude Vision für Objektklassifikation, Gemini Flash für Lokalisation, Gemini 2.5 Flash für Kontextanalyse, Segment Anything Model für pixelgenaue Polygon-Erstellung.
Schritt 4: Alle relevanten Flächen erfassen
Tippe auf alle Flächen die du vermessen willst. Die KI erstellt für jede Fläche ein eigenes Polygon. Du kannst jedes benennen: "Fenster 1", "Fenster 2", "Tür".
Batch-Erkennungsfunktion: Du beschreibst was du erkannt haben willst ("alle Glasflächen") und die KI findet sie alle auf einmal.
Schritt 5: Referenzmaß eingeben
Das Referenzmaß ist der Schlüssel zur Umrechnung von Pixeln in echte Maße:
- Standardtür: Höhe 2,10m — am häufigsten genutzt
- Standardziegel: 24cm Länge, 7,1cm Höhe — für Klinkerfassaden
- Bekannte Schilder: DIN A4 = 210mm × 297mm
- Mitgemessene Referenz: Zollstock oder 1m-Lineal sichtbar im Foto platzieren
Tippe auf das Referenzobjekt, wähle Höhe oder Breite, gib den bekannten Wert ein. Ab sofort rechnet die KI alle Maße auf dieser Basis um.
Schritt 6: Maße prüfen und korrigieren
PlotonIQ zeigt die berechneten Maße für jedes Polygon: Breite, Höhe, Fläche. Wenn ein Maß deutlich daneben liegt (mehr als 10%), prüfe Referenzmaß, Polygon-Position und Perspektive. Du kannst Polygone manuell anpassen indem du einzelne Punkte ziehst.
Schritt 7: Material und Auftrag zuordnen
Ordne jedem Polygon das Material zu — tippen oder diktieren: "Fenster 1 bis 4: Milchglasfolie 3M Crystal. Tür: Öffnungszeiten weiße Plotschrift."
PlotonIQ berechnet sofort: benötigte Materialmenge (mit Verschnittzuschlag), Materialkosten, Montagezeit-Schätzung, Gesamtpreis. Der Auftrag ist angebots-fertig — du bist noch auf dem Parkplatz vor der Bäckerei.
Praxisbeispiel: Schaufensterfront vollständig aufgemessen
Auftrag: Sichtschutzbeklebung Schaufensterfront Bäckerei, 4 Fenster, 1 Glastür.
- Foto: 1 Aufnahme von ca. 6m Abstand, frontale Position
- KI-Erkennung: 5 Flächen erkannt (4 Fenster, 1 Tür) in 8 Sekunden
- Referenzmaß: Eingangstür Höhe 2,10m
- Ergebnis: Fenster 1+2 je 1,45m × 1,85m = 2,68m², Fenster 3+4 je 0,90m × 1,85m = 1,67m², Tür 0,75m × 1,80m = 1,35m²
- Gesamtfläche: 10,05m² — Bestellmenge Milchglasfolie (+15%): 11,56m²
- Gesamtzeit vom Foto bis zur Angebotsbasis: 4 Minuten
- Klassische Aufmaßzeit mit Zollstock: 35–45 Minuten
Genauigkeit und Grenzen
KI-Aufmaß ist nicht millimetergenau. Die Genauigkeit liegt bei ±5%, was bei einem Fenster von 1,5m Breite 7,5cm Ungenauigkeit bedeutet. Für Angebote ausreichend — du kalkulierst ohnehin mit Materialpuffer.
Für die Produktion misst du vor Ort nochmal nach. Aber die Nachfahrt wegen vergessener Maße entfällt vollständig.
Was nicht funktioniert: stark verdeckte Flächen, Nachtfotos, sehr verwackelte Bilder, extreme Schrägaufnahmen (mehr als 30°). Dafür gibt es die manuelle Draw-and-Snap-Funktion: Du zeichnest das Polygon selbst auf das Foto.
KI-Aufmaß im Betriebsalltag: Praxiserfahrungen
Nach einem Jahr produktiver Nutzung bei mehreren PlotonIQ-Kunden sind folgende Muster entstanden:
Wann du KI-Aufmaß immer nutzen solltest
- Erstaufmaß für Angebote: Egal welche Größe — für die Angebotserstellung reicht KI-Genauigkeit immer. Du sparst die komplette Aufmaßzeit.
- Mehrere Objekte auf einmal: Eine Ladenzeile mit 5 Geschäften, ein Bürogebäude mit 12 Fenstern — alles in einem Durchgang fotografiert und gemessen.
- Fernaufmaß: Ein Kunde schickt dir Fotos der Fassade. Du machst das Aufmaß am Schreibtisch, ohne Anfahrt.
Wann du klassisch nachmessen solltest
- Produktionsaufmaß bei Sonderformen: Wenn Maße auf den Zentimeter passen müssen (z.B. Randlosdruck auf Glas), immer nachmessen.
- Bei stark verwackelten oder schrägen Fotos: Kein KI-System ersetzt ein gutes Ausgangsfoto.
- Bei extremen Tiefenwirkungen: Wenn ein Gebäude sehr in die Tiefe geht und du nur einen Frontwinkel hast.
KI-Aufmaß und Kalkulation: Von der Fassade zum Angebot in 5 Minuten
Der größte Zeitgewinn entsteht wenn KI-Aufmaß und KI-Kalkulation zusammenspielen:
- Foto machen (30 Sekunden)
- Flächen in PlotonIQ anklicken und KI erkennen lassen (1–2 Minuten)
- Referenzmaß eingeben (10 Sekunden)
- Material und Auftragsdetails diktieren (30 Sekunden)
- KI erstellt vollständiges Angebot mit Preisen (30 Sekunden)
Gesamtzeit Aufmaß bis fertiges Angebot: unter 5 Minuten. Vergleich vorher: 45 Minuten Aufmaß + 30 Minuten Kalkulation = 75 Minuten. PlotonIQ kostenlos testen →
Häufige Fragen zum KI-Aufmaß
Brauche ich eine spezielle App?
Nein. PlotonIQ läuft im Browser — auf dem Handy genau so wie am Laptop. Kein App-Store, keine Installation. Du öffnest die Web-App, navigierst zum Auftrag und lädst das Foto direkt hoch.
Funktioniert das auch bei schlechtem Licht?
Bewölkter Tag ist ideal. Bei direktem Gegenlicht oder sehr dunklen Schatten sinkt die Genauigkeit. In solchen Fällen: entweder anderes Licht abwarten oder manuelles Draw-and-Snap nutzen.
Wie genau ist das wirklich?
±5% ist die realistische Erwartung. Bei einem 10m²-Fenster sind das 0,5m². Für die Angebotskalkulation mehr als ausreichend — du kalkulierst ohnehin mit 15–20% Materialpuffer. Für produktionsgenaue Maße (z.B. Glas-Zuschnitt auf den Millimeter) musst du vor Ort nachmessen.
Kann ich mehrere Fotos kombinieren?
Ja. Bei L-förmigen Gebäuden oder verdeckten Flächen machst du mehrere Fotos und verknüpfst sie im Aufmaß. Alle Polygone werden zu einem Gesamtaufmaß zusammengefasst.
Fazit: KI-Aufmaß als tägliches Werkzeug
KI-Aufmaß ist kein Zukunftsversprechen — es funktioniert heute, mit jedem aktuellen Smartphone. Die Zeitersparnis ist real: 35–45 Minuten klassisches Aufmaß werden zu 3–5 Minuten.
Das bedeutet: mehr Projekte aufmessen ohne Extrafahrten, Maße gehen nicht mehr verloren, der Weg vom Aufmaß zum Angebot sinkt von Stunden auf Minuten.
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